Fröhliche Frage von Angelika Mihan am Telefon: Wie geht es der 21jährigen Ökofilmtour? Ist sie schon einigermaßen erwachsen? Das war der Humor, mit dem Angelika von Beginn im Januar 2006 an als geschätzte Fachfrau dieses Festival des Natur- und Umweltfilms begleitete. Denn es reiste mit seinen Filmen als Tournee jedes Jahr von Januar bis April zu mehr als 70 Orten des Landes Brandenburg in die wenigen Kinos. Und mehr noch mit eigener Vorführtechnik in Kulturscheunen und -Bahnhöfe, Ökospeicher, Gaststätten, Kirchen, Naturschutz- und Umweltzentren, aber vor allem in Jugendklubs und Schulen. Rund zehntausend Kinder, Jugendliche, Männer und Frauen wurden so mit den zukunftspolitischen Filmgesprächen erreicht und von der Journalistin Mihan für jene interessant gemacht, die noch nicht dabei sein konnten. Denn ihre Zeitung, die Märkische Allgemeine, kurz MAZ, war im Land weit verbreitet.
Angelika hatte in den 70ern an der Babelsberger Hochschule für Film und Fernsehen Dramaturgie studiert, war viele Jahre Drehbuchautorin bei der DEFA und im Kinderfernsehen der DDR zur „Flimmerstunde“ und später „Treffpunkt Kino“ präsent. Ja, sie moderierte nach der Wende auch einmal für das kritische Umweltmagazin OZON im ORB. Immer ging es ihr um die emotionale Kraft des Kinos, die nun selbst in kleinen Dörfern Diskussionen anstößt. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Dr. Hans-Rainer Mihan half sie für viele Ausgaben des Festivals, aus Hunderten von Einreichungen die Filme auszuwählen und war viele Male auch in der Preisjury, worüber dann auch noch in der Zeitung zu lesen war.
Nach langer schwerer Krankheit ist sie am 22. Februar 2026 plötzlich gestorben. Gerade hatte sie noch am Telefon gelacht in der Hoffnung, dass es ihr bald wieder besser gehen möge. Nun fehlt sie allen, denen sie lebenswichtig war.
Ernst-Alfred Müller
Ökofilmtour